Kölner Dom und Carnegie Hall in Oldenburg

Hörforscher realisieren Kommunikationsakustik-Simulator

„Der Akustik-Simulator macht es möglich, die akustischen Gegebenheiten eines Raumes, seinen Nachhall, die Quellenzahl und die effektive akustische Raumgröße in weiten Bereichen zu variieren“, erläutert Professor Birger Kollmeier, wissenschaftlicher Leiter der HörTech gGmbH und „Vater“ der renommierten Oldenburger Hörforschung: „Mit seiner Hilfe können wir die klangliche Wirkung einer Bahnhofshalle oder auch die des Kölner Doms nachbilden. Die ganze Welt der Raumakustik ist nun im Haus des Hörens erlebbar. Vergleichbare Anlagen gibt es nur in wenigen Forschungsinstituten, zum Beispiel in Osaka oder in Paris.“

Der Akustik-Simulator verfügt über einen akustisch präparierten Messraum. Dessen Wände sind mit Schall absorbierenden Materialien ausgestattet und können mittels mobiler Raumunterteilungen verändert werden. Herz des Simulators ist die elektroakustische Steuerung. Akustische Signale können verändert oder gezielt von verschiedenen Positionen aus eingespielt werden. Ein separater Kontrollraum mit digitaler Video- und Audio-Monitoring-Anlage komplettiert den KAS.

Mit ihrem Akustik-Simulator wollen die Hörforscher den Einfluss der Raumakustik auf unterschiedliche Kommunikationsformen untersuchen. In Experimenten können sie beispielsweise die Benutzbarkeit von Hörgeräten und Telefonen oder auch die Abhaltung von Telefonkonferenzen in extrem unterschiedlichen akustischen Situationen testen.

„Darüber hinaus bietet der KAS die Möglichkeit, den Besuchern unseres Hauses ein akustisches Raumerlebnis der besonderen Art zu bereiten und dadurch das allgemeine Bewusstsein für die klangliche Wirkung von Räumen zu stärken“, erklärt Stephan Albani, Geschäftsführer der HörTech gGmbH und des Oldenburger Hörzentrums: „Unter anderem planen wir, gemeinsam mit unserem neu gegründeten Förderverein Konzerte und andere musikalische Veranstaltungen durchzuführen – natürlich mit der Raumakustik der weltweit besten Konzertsäle.“
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